Alfa Selbsthilfe Dachverband

Wir gehören / gehörten zu den über 6 Millionen Menschen in Deutschland, die in der Schule nicht richtig lesen und schreiben gelernt haben (Leo-Studie 2018). Seit Jahren klären wir auf, über Ursachen und Folgen der Lese- und Schreibschwäche und über Möglichkeiten und Erfolge der zweiten Chance. Wir haben das lokal, regional, bundes- und europaweit getan. Wir haben Multiplikatoren und Entscheidungsträger ermutigt, uns etwas zuzutrauen und sich für uns einzusetzen. In zahlreichen Projekten haben wir als Lerner-Experten mitgewirkt. Betroffene haben wir bei Problemen im Alltag und auf ihrem Weg in die Lernangebote unterstützt.

Vor allem aber haben wir Betroffene ermutigt zu wachsen und sich zu engagieren. Es haben sich Selbsthilfegruppen gegründet, die ihre Sache selbst in die Hand nehmen. Um sie zu unterstützen und das selbstbestimmte und eigenverantwortliche Arbeiten zu fördern und zu sichern, haben wir uns entschlossen den Alfa-Selbsthilfe Dachverband zu gründen.

Die Ziele unserer Lerner-Vertretung sind die Unterstützung der Selbsthilfegruppen durch ein professionelles Büro (Gelder einwerben und verwalten, Projekte beantragen, etc.) und Stärkung der Selbsthilfegruppen durch Fortbildungen und Vernetzung (Lerner-Tagungen).

Mit Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit bei Politik, Wirtschaft und Medien, auf Augenhöhe, wollen wir unser wichtigstes Ziel erreichen: die Reduzierung der Zahl der funktionalen Analphabeten.

Satzung der Alfa-Selbsthilfe Dachverband e.V.

§ 1 Name, Sitz, Eintragung, Geschäftsjahr
Der Verein Alfa-Selbsthilfe Dachverband e.V. mit Sitz in Ludwigshafen verfolgt
ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts
„Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.
1. Der Verein trägt den Namen Alfa-Selbsthilfe Dachverband e.V.
2. Er hat den Sitz in Ludwigshafen.
3. Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden.
4. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
§ 2 Vereinszweck
Zweck des Vereins ist die Förderung der Volks- und Berufsbildung einschließlich
der Studentenhilfe.
1. Die Unterstützung von Selbsthilfegruppen funktionaler Analphabeten
und einzelnen Betroffenen.
2. Die Aufklärung der Öffentlichkeit über den funktionalen Analphabetismus
in Deutschland.
3. Stärkung der Selbsthilfegruppen.
4. Das Ziel dabei ist die Reduzierung der Anzahl der funktionalen
Analphabeten.
Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch:
1. Sensibilisierung
a. der Öffentlichkeit:
Veranstaltungen auf der Straße, bei Messen, Stadtfesten, Tagungen, in
Universitäten, in Schulen und in öffentlichen Einrichtungen (städtisch,
kirchlich, medizinisch, kulturell) und an weiteren Orten, an denen die
Zielgruppe und die für sie relevanten Multiplikatoren/Schlüsselpersonen
anzutreffen sind.
b. von Multiplikatoren/Schlüsselpersonen:
Sensibilisierungsveranstaltungen und Fortbildungen für
Schlüsselpersonen/Multiplikatoren, die in ihrem Beruf regelmäßig auf die
Zielgruppe treffen (z.B. „Kundendienstler“ im Job-Center, in Bürgerdiensten,
in Arztpraxen, in Apotheken usw.) zu dem Thema: „Wie erkenne ich
funktionale Analphabeten? Wie helfe ich unauffällig? Wie spreche ich sie/ihn
an? Wie vermittle ich und wohin? Wie begleite ich sie/ihn?“
c. mit den und über die Medien:
Zeitungen, Radio, Fernsehen und Social Media

2. Aufbau stabiler Selbsthilfestrukturen:
a. Mit einer Anlaufstelle/Anlaufstellen (real und digital)
b. Gemeinsame Unternehmungen, Tagungen und Veranstaltungen
c. Seminare, Workshops zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der
Eigeninitiative
d. Aufbau eines Netzwerks, Austausch mit aktiven Lernenden in Deutschland
und Europa
3. Stärkung der Selbsthilfegruppen
durch Fortbildungen, Seminare und Workshops
4. Kooperationen mit relevanten Institutionen und Organisationen,
bundes- und europaweit.
§ 3 Selbstlosigkeit
Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie
eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die
satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine
Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben,
die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig
hohe Vergütungen begünstigt werden.
§ 4 Erwerb der Mitgliedschaft
1. Mitglied des Vereins kann werden:
a. jede volljährige Person,
b. jede natürliche Person nach Beendigung der Schulpflicht (16 Jahre) mit
Einwilligung der Erziehungsberechtigten.
c. jede juristische Person, die die Ziele des Vereins unterstützt.
2. Über den Antrag auf Aufnahme in den Verein entscheidet der Vorstand.
3. Die Mitgliedschaft endet durch
a. Austritt
b. Ausschluss
c. Tod
d. Auflösung der juristischen Person.
4. Der Austritt eines Mitgliedes ist nur zum Ende eines Quartals möglich.
Er erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber einem Vorstandsmitglied
unter Einhaltung einer Frist von einem Monat.
5. Wenn ein Mitglied gegen die Ziele und Interessen des Vereins schwer verstößt
oder trotz Mahnung mit dem Beitrag für 12 Monate im Rückstand bleibt, so
kann es durch den Vorstand mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden.

Ebenso bei menschenverachtenden Äußerungen oder Handlungen. Dem
Mitglied muss vor dem Ausschluss Gelegenheit zur Rechtfertigung bzw.
Stellungnahme gegeben werden. Gegen den Ausschluss kann innerhalb einer
Frist von einem Monat nach Mitteilung des Ausschlusses Berufung eingelegt
werden. Die nächste Mitgliederversammlung entscheidet dann über den
Ausschluss.
§ 5 Beiträge
Die Mitglieder zahlen Beiträge, die bei der Mitgliederversammlung festgelegt
werden. Über die Höhe des Beitrags und wann er fällig wird, entscheidet die
Mitgliederversammlung. Es muss eine einfache Mehrheit der anwesenden,
stimmberechtigten Mitglieder vorliegen.
§ 6 Organe des Vereins
Organe des Vereins sind
a) der Vorstand
b) die Mitgliederversammlung
§ 7 Der Vorstand
1. Der Vorstand besteht aus bis zu sieben Mitgliedern:
Funktionale Analphabeten oder ehemalige funktionale Analphabeten.
Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich durch die
Mehrheit der Vorstandsmitglieder.
2. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von drei
Jahren gewählt.
Die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder ist möglich.
Die jeweils amtierenden Vorstandsmitglieder bleiben nach Ablauf ihrer Amtszeit
im Amt, bis Nachfolger gewählt sind.
3. Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte des Vereins. Er hat insbesondere
folgende Aufgaben:
a. Aufstellung des Haushaltsplans für das kommende Geschäftsjahr
b. Abfassung des Jahresberichtes und Rechnungsabschlusses
c. Ordnungsgemäße Verwaltung des Vereinsvermögens
d. Vorbereitung und Durchführung der Mitgliederversammlung
e. Umsetzung der Zwecke des Vereins
Der Vorstand übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus.

4. Vorstandssitzungen finden jährlich mindestens zweimal statt. Die Einladung zu
den Vorstandssitzungen erfolgt durch den Vorstand schriftlich, per E-Mail oder
telefonisch. Vorstandssitzungen sind beschlussfähig, wenn mindestens die
Hälfte der Vorstandsmitglieder anwesend sind.
5. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit.
6. Wenn Beschlüsse des Vorstands eilig sind, können sie auch schriftlich oder
telefonisch gefasst werden. Dazu müssen alle Vorstandsmitglieder ihre
Zustimmung zu diesem Verfahren schriftlich oder telefonisch erklären.
Schriftlich oder telefonisch gefasste Vorstandsbeschlüsse müssen schriftlich
festgehalten und von dem einladenden Vorstand unterzeichnet werden.
7. Nur Vereinsmitglieder können für den Vorstand kandidieren.
8. Der Vorstand kann besondere Vertreter im Sinne des §30 BGB benennen.
§ 8 Mitgliederversammlung
1. Die Mitgliederversammlung ist einmal jährlich einzuberufen.
2. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn es das
Vereinsinteresse erfordert oder wenn mindestens ein Drittel der
Vereinsmitglieder eine außerordentliche Mitgliederversammlung verlangen.
Sie müssen sie schriftlich einfordern und die Gründe und den Zweck angeben.
3. Zur Mitgliederversammlung lädt der Vorstand schriftlich oder per E-Mail ein,
mit einer Frist von mindestens vier Wochen.
Er muss gleichzeitig die Tagesordnung vorlegen.
Die Frist beginnt am Tag nach der Absendung des Einladungsschreibens. Es gilt
das Datum des Poststempels.
Das Einladungsschreiben gilt als dem Mitglied zugegangen, wenn es an die
letzte vom Mitglied des Vereins schriftlich bekannt gegebene E-Mail-Adresse
oder Adresse gerichtet ist.
4. Die Mitgliederversammlung ist das oberste beschlussfassende Vereinsorgan.
Sie ist grundsätzlich für alle Aufgaben zuständig.
Bestimmte Aufgaben können gemäß dieser Satzung einem anderen
Vereinsorgan übertragen werden. Der Mitgliederversammlung müssen die
Jahresrechnung und der Jahresbericht vorgelegt werden, damit der Vorstand
entlastet und der neue Vorstand gewählt werden kann.
Die Beschlüsse müssen schriftlich festgehalten werden.
Sie bestellt zwei Rechnungsprüfer, die weder dem Vorstand angehören noch
einem vom Vorstand berufenen Gremium.
Sie dürfen auch nicht Angestellte des Vereins sein.
Sie prüfen die Buchführung, einschließlich Jahresabschluss und berichten über
das Ergebnis vor der Mitgliederversammlung.

Die Mitgliederversammlung entscheidet z. B. auch über
a) Gebührenbefreiungen
b) Aufgaben des Vereins
c) An- und Verkauf sowie Belastung von Grundbesitz
d) Beteiligung an Gesellschaften
e) Aufnahme von Darlehen ab EUR 500
f) Genehmigung aller Geschäftsordnungen für den Vereinsbereich
g) Mitgliedsbeiträge
h) Satzungsänderungen
i) Auflösung des Vereins
5. Jede satzungsmäßig einberufene Mitgliederversammlung wird als
beschlussfähig anerkannt ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen
Vereinsmitglieder.
Jedes Mitglied hat eine Stimme.
6. Die Mitgliederversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit.
Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.
§ 9 Satzungsänderung
1. Für Satzungsänderungen ist eine 2/3-Mehrheit der erschienenen
Vereinsmitglieder erforderlich. Über Satzungsänderungen kann in der
Mitgliederversammlung nur abgestimmt werden, wenn auf diesen
Tagesordnungspunkt bereits in der Einladung zur Mitgliederversammlung
hingewiesen wurde. Außerdem muss der Einladung sowohl der bisherige als
auch der vorgesehene neue Satzungstext beigefügt werden.
2. Satzungsänderungen, die von Aufsichts-, Gerichts- oder Finanzbehörden aus
formalen Gründen verlangt werden, kann der Vorstand von sich aus
vornehmen. Diese Satzungsänderungen müssen allen Vereinsmitgliedern so
schnell wie möglich schriftlich mitgeteilt werden.
§ 10 Beurkundung von Beschlüssen
Die in Vorstandssitzungen und in Mitgliederversammlungen gefassten
Beschlüsse sind schriftlich niederzulegen und von dem Versammlungsleiter bzw.
von der Versammlungsleiterin und von dem Schriftführer bzw. der
Schriftführerin zu unterzeichnen.

§ 11 Auflösung des Vereins und Vermögensbindung
1. Für den Beschluss, den Verein aufzulösen, ist eine 3/4-Mehrheit der in der
Mitgliederversammlung anwesenden Mitglieder erforderlich.
Der Beschluss kann nur nach rechtzeitiger Ankündigung in der Einladung zur
Mitgliederversammlung gefasst werden.
2. Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter
Zwecke fällt das Vermögen des Vereins zu gleichen Teilen an: Lesen und
Schreiben Berlin e.V. und SaLuMa e.V. Selbsthilfe Analphabeten Ludwigshafen
Mannheim, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige
oder kirchliche Zwecke zu verwenden haben.

Satzung der Alfa-Selbsthilfe Dachverband e.V. als PDF Download

Gästebuch

  • Reni 30. Januar 2020
    Ich habe von euch im dem Buch von Sebastian Fitzek... »
  • Segieth Gisela 15. Januar 2020
    Chapeau! Ihr macht eine tolle Arbeit für so viele Menschen... »
  • Nicolas 20. Oktober 2019
    Schön dass es Euch gibt 🙂 »